Die Tunika

Auf dieser Seite beschreibe ich die Herstellung der äußeren Tunika für das Jedi-Kostüm. Ich habe hier bewusst auf eine Blog-Darstellung der einzelnen Schritte verzichtet und alle Informationen ohne Cliffhanger in ein Dokument gepackt. Viel Spaß beim Lesen!

05.02.2014

Was liegt näher, als nach der inneren Tunika die “äußere” Tunika zu schneidern. Dazu habe ich zunächst den Stoff in Augenschein genommen. Also: den beigen Stoff ausgebreitet und… das kann doch nicht sein! Nach ca. 2 m fand ich im Stoff zwei plattgedrückte Stubenfliegen, die durch ihr gewaltsames Ableben schicke Blutflecken im Stoff hinterlassen hatten. Bei näherer Untersuchung der kontaminierten Stelle im Gewebe der nächste Schreck! Blickdicht ist (zumindest für mich) etwas anderes. Durch den Stoff kann man eine Zeitung lesen! Nein, einen solchen Melanie-M.-Stoff hatte ich nicht bestellt…

Nachdem der Abend nähtechnisch für mich erst einmal gelaufen war, habe ich mich entschlossen, eine nette Mail an den Internethändler zu schreiben und auf die Mängel im Produkt aufmerksam zu machen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Heute bin ich dazu gekommen, den unten beschrieben Stoff genauer in Augenschein zu nehmen. Nach ca. 2 m fand ich zwei tote Fliegen im Stoff, die bei ihrem gewaltsamen Ableben hässliche Blutflecken im Stoff hinterlassen haben. Das sollte bei 1. Wahl nicht passieren. Des weiteren haben Sie in der Beschreibung des Stoffes angegeben, dass dieser blickdicht sei. Leider haben Sie vergessen zu erwähnen, dass der Stoff dazu doppelt liegen muss. Ein weisses Blatt Papier scheint definitiv durch den Stoff durch. Damit ist er auch leider nicht für Oberbekleidung geeignet – zumindest nicht, wenn man keine farblich abgestimmte Unterwäsche trägt.

Ich bitte um Stellungnahme !

Die Entschuldigung kam zwei Tage später und war kurz und knapp:

Tut uns leid für die nicht ganz einwandfreie Ware.

Es folgte eine Belehrung über Blickdichtigkeit sowie den Hinweis auf Stoffmusterversand, den man in Anspruch nehmen könne. Dieser Text – verglichen mit der Länge der Entschuldigung zeigt man wieder auf, was Kunden eigentlich sind: dumme Störungen im Geschäftsablauf. Immerhin gab man mir die Möglichkeiten, den Stoff zurückzuschicken oder einen pauschalen Rabatt von 20%.

Na ja… Kurz der Ausflug auf die dunkle Seite war…

06.02.2014

Die Antwort des Stoffhändlers ließ zwei Tage auf sich warten. Also – was sollte ich heute tun? Nähen? Erst einmal abwarten, was der Händler schreibt. Was dann? Den Schnitt der Tunika für mich anpassen? Gute Idee! Ich hatte vor, den Schnitt für die innere Tunika auch für die andere Tunika zu nutzen. Nur etwas länger sollte er sein.

Da ich vorhabe, eine innere Tunika zu tragen, habe ich mich außerdem entschlossen, den Tunikaschnitt etwas weiter zu schneiden. Also habe ich dieses Mal die Größe L des Tunika-Schnitts ausgewählt und bis auf Knielänge verlängert. Die Ärmel habe ich genau so übernommen, der weite Fall gefiel mir gut. Jetzt hieß es erst einmal wieder Papier auslegen, mit Tesa kleben, das Schnittmuster durchpausen und ausschneiden. Da sich am eigentlichen Schnitt – bis auf die neue Länge – nichts verändert hat, habe ich auch keine Bilder geschossen.

08.02.2014

Gestern nachmittag kam endlich die Antwort des Stoffhändlers. Zurückschicken? Doof… habe ich doch lange nach dieser Stofffarbe gesucht. Rabatt? Na gut, wenn man das durch die Fliegen versaute Stück rausnimmt…. Blickdichtigkeit? Schau’n mer mal, wie der Stoff sich verhält, wenn man ihn doppelt legt…. Hmmm… das geht ganz gut. Fix mal ausmessen – könnte knapp werden, aber einen Versuch ist es wert.

Meine Frau und ich haben das tolle Wetter am Samstag genutzt und eine Shoppingtour in die Stadt unternommen. Marktbesuch, Einkaufen gehen, anschließend noch lecker Käffchen und ein Stück Kuchen. Ruckzuck war der Nachmittag angebrochen und die Uhr zeigte 16:00, bis wir wieder zu Hause waren. Ausgiebige Näharbeiten heute? Pustekuchen.

Ein Nickerchen später ging’s wieder in den Keller an die Näharbeit: Angenommen, nur mal angenommen, der Stoff reicht aus. Dann brauche ich ja noch… die Tabards und den Obi. Jau, habe ich fast vergessen! Der Obi ist prinzipiell nur ein Rechteck, der Tabard zwei Rechtecke. Um zu schauen, ob der Stoff reicht, sollte ich schnell noch die Schnittmuster für die Tabards anfertigen. Dazu schreibe ich im Artikel über die Tabards etwas mehr.

Bis ich die Tabards in der Länge so weit angepasst hatte, dass es mir gefiel, gingen wieder einige Stunden ins Land. Morgen geht’s weiter…

09.02.2014

Heute ist nicht viel passiert. Ich habe mehrere Schnittmusterlayouts auf den Stoff gebracht und geschaut, wie ich den Stoff am effizientesten nutzen kann. Dann ging es an das Ausschneiden der einzelnen Tunikateile, der Tabards und des Obi. Da der Stoff doppelt gelegt wird, habe ich alle Tunikateile direkt doppelt gelegt versäubert.

Die Näharbeiten für die Tunika gestalteten sich genau so wie für die innere Tunika. Darum verzichte ich auch hier auf Fotos und eine detaillierte Beschreibung. Es ist bereits alles gesagt…

Bis auf den Kragen konnte ich alle Näharbeiten abschließen. Der Kragen ist morgen dran.

10.02.2014

Wie versprochen – heute war der Kragen dran. Sobald ich meine Frau für eine weitere Fotosession begeistern kann, gibts ein paar Fotos vom gesamten Kostüm.

Nächste Station: Der Obi