Die Jedi-Robe

Auf dieser Seite beschreibe ich die Herstellung der Robe für das Jedi-Kostüm. Ich habe hier bewusst auf eine Blog-Darstellung der einzelnen Schritte verzichtet und alle Informationen ohne Cliffhanger in ein Dokument gepackt. Viel Spaß beim Lesen!

16.01.2014

Heute habe ich Stoff bestellt. Sobald er da ist, gibt’s ein paar Fotos.

18.01.2014

Als Basis für den Schnitt der Robe dienen die Informationen, die auf dieser Seite zusammengetragen wurden: The Jedi Master’s Robe Tutorial
Für alle, die aus dem deutschsprachigen Raum stammen und des Englischen nicht so mächtig sind, folgt hier eine Übersetzung des Tutorials ins Deutsche.

Man findet kaum Informationen über geeigneten Stoff, der für eine Robe genutzt werden kann. Meine Überlegungen zum Finden des richtigen Stoffs waren diese:

  • Wir befinden uns während der Party in einem warmen Raum.
  • Das Kostüm soll besser aussehen, als die Billig-Polyester-Varianten, die es beim Discounter gibt.
  • Wollwalk oder Loden sind gute Stoffe für Mäntel, aber zu teuer für ein Karnevalskostüm. Und zu warm für den Innenbereich.
  • Die Robe soll gut fallen und nicht billig aussehen.

Die Wahl fiel auf einen günstigen Baumwoll-Köperstoff mit einem Gewicht von 440g / lfm. Dies schien ein guter Kompromiss aus Preis/Leistung zu sein. Mehr weiss ich, wenn der Stoff angekommen und verarbeitet ist.

Nach viel Recherche im Internet und mir zur Verfügung stehender Näh-Literatur und Schnittmustern habe ich mich für das sehr detaillierte Schnittmuster entschieden, dass man unter “The Jedi Master’s Robe Tutorial” finden kann:

Zwei Maße sind für das Anpassen des Schnittmusters an die eigenen Bedürfnisse wichtig:

  1. Die Länge von der Nackenmitte (da wo der Kragen des T-Shirts sitzt) bis zum Boden. Hier ist natürlich der Absatz der Schuhe, die man trägt, mit zu berücksichtigen. Hier sind noch ca. 4 Zoll (ungefähr 10 cm) für Saum und Nahtzugabe zuzugeben (und für den Fall, dass man sich vermessen hat – Abschneiden und Kürzen geht ja immer…)
  2. Die Länge von der Nackenmitte den Arm entlang bis hin zur Spitze des Mittelfingers (Arm parallel zum Boden). Wenn der Ärmel ein Stück unter die Schulter gezogen werden soll, müssen hier auch noch einige Zentimeter zugegeben werden. Ich habe 6 Zoll (ungefähr 15 cm) zugegeben. Für den Saum am Ende des Ärmels habe ich noch einmal 6 Zoll zugegeben.

Beim Erstellen des Schnittmusters sind einige Punkte zu brücksichtigen:

  • Das Schnittmuster ist so ausgerichtet, dass die obere Kante in den Stoffbruch gelegt werden kann. So kann man sich eine Schulternaht schenken.
  • Auf dem Schnittmuster befindet sich auch eine Kapuze. Bitte unbedingt beachten, dass die Robe und die Kapuze in unterschiedlichen Skalierungen angegeben sind.
  • Ich habe 155 cm vom Nacken bis zur Sohle gemessen. Das sind 61 Zoll. Der Schöper des Tutorial hat 64 Zoll bei sich gemessen und 5 Zoll zugegeben. Er kommt damit auf 69 Zoll. Ich habe seine 69 Zoll direkt übernommen. Bevor ich die Robe säume, kann ich sie ja noch kürzen.
  • Ich habe 92 cm vom Nacken bis zum Mittelfinger gemessen. Das sind 36 Zoll. Der Schöpfer des Tutorial hat 39 Zoll bei sich gemessen. Mit der Zugabe von 6 Zoll für die Arbeit an der Schulter und 4 Zoll für den Saum sowie 3 Zoll Zugabe für den Fall, dass man zu kurz gemessen hat, kommt er auf 52 Zoll. Ich bleibe auch hier bei seinen angegebenen 52 Zoll.
  • Das Kopfloch ist 4,5 Zoll (ca 11,5 cm) breit und 3 Zoll (ca 7,6 cm) lang.
  • Die Rundung und die Breite der Robe habe ich wie folgt erstellt:
    1. Ich habe mit einer Schnur und einem Kugelschreiber einen Zirkel mit der Länge 69 Zoll (ca 175 cm) gebastelt.
    2. Mit dem Nullpunkt des Schnittmusters als Mittelpunkt des Kreises habe ich einen Bogen nach rechts gezeichnet.
    3. Ausgehend vom Nullpunkt des Schnittmusters habe ich ein Quadrat mit Kantenlänge 19 Zoll (ca 48,2 cm) gezeichnet. Dies ist im Schnittmuster mit der gestrichelten Linie angegeben.
    4. Drei Zoll neben dem Bogen des Halsauschnittes habe ich eine grüne Linie gezeichnet. Diese startet oben auf der Nulllinie, geht durch die rechte untere Ecke des eben erstellten Quadrats und wird weiter verlängert, bis sie den zuvor gezeichneten Kreisbogen schneidet.

     

  • Den Ärmel habe ich wie folgt erstellt:
    1. Die Weite der Ärmel ist mit 24 Zoll (ca 61 cm) angegeben.
    2. Ausgehend von der rechten unteren Ecke des vorhin erstellten Quadrats mit der Kantenlänge 19 Zoll zeichne ich eine weitere grüne Linie zum unteren Ende des Ärmels.
    3. Die Verbindung zwischen Ärmel und Robe habe ich “unter dem Arm” abgerundet.
    4. Die grüne gestrichelte Linie am Saum des Ärmels gibt an, dass hier Stoff entfernt wird. Dadurch wird verhindert, dass beim Säumen des Ärmels später Stoff übersteht.

     

  • An der linken Seite des Schnittmusters habe ich 3 Zoll zugegeben (durch die gestrichelte Linie angegeben). Dadurch können zwei Dinge erreicht werden:
    1. Die linke und rechte Seite der Robe können nun locker gesäumt werden.
    2. Im Rückenbereich kann (muss!) die Robe beim Zusammennähen mit der Kapuze gerafft werden. So fällt und fließt sie besser.

Das Schnittmuster gibt es leider nicht zum Download in der passenden Größe. Daher habe ich zum Erstellen des Musters Packpapier gekauft und nach den oben angegebenen Anweisungen rekonstruiert. Hier sind einige Screenshots vom Erstellen des Musters. Das Packpapier, das ich kaufen konnte, hatte leider nur eine Breite von 100cm. Ich habe daher zwei Rollen gekauft und mit einer Überlappung von 5 cm aneinander geklebt.

Das Umsetzen des Schnittmusters hat einiges an Zeit gekostet. Zwei Stunden war ich glaube ich im Keller. Das Schlimmste war für mich die ständige Umrechnung von Zoll in cm.

Die Kapuze hat auch wieder einen Bogen, der mit dem selbstgebastelten Zirkel gezeichnet wurde. Die Kapuze wird mit der Oberkante auch in den Stoffbruch gelegt. Wenn man die Schnittgröße (und damit auch den Stoffverbrauch) sieht… aus dem Stoff kann man fast eine Hose nähen.

So, das war’s für heute. Mal sehen, ob am Montag der Stoff geliefert wird. Dann geht’s ans Ausschneiden. In dem Zusammenhang teile ich dann auch mit, wie viel Stoff ich für die Robe benötigt habe.

19.01.2014

Leider liefert die Post sonntags nicht aus. Das Schnittmuster ist zwar fertig, aber ohne Stoff kann man natürlich nichts zuschneiden und/oder nähen. Schade. Allerdings keimte in mir die Frage: “Wie kommt man eigentlich auf einen Schnitt für eine Robe? Oder eine Hose?” In meinen Nähkursen habe ich Burdaschnitte auf Stoff kopiert, zugeschnitten und genäht. Aber woher der Schnitt kommt, oder wie man einen Schnitt erstellt – das hat mir keiner erklärt.
Nach einigen Recherchen in Schneiderei- und Nähforen bin ich auf auf folgende Literatur gestoßen (einfach die Bilder anklicken):

   

Es gibt Probekapitel im Internet zum Lesen. Diese waren für mich schon der Fund des heiligen Gral! Ich bin noch nicht wirklich tief in die Schnittkonstruktion eingestiegen – aber die von mir verwendeten Schnitte machen auf einmal wesentlich mehr Sinn. Viel Freude beim Lesen!

20.01.2014

Der Stoff ist eingetroffen. Bestellt habe ich im Internet bei Tolko Stoffe Gmbh und Stoffkontor.

Das dunkle Tuch ist ein Baumwollköper mit einem Gewicht von 440g / lfm und wird für die Robe verwendet. Der rotbraune Stoff findet Einsatz in der Hose. Der helle Stoff wird zur Tunika. Der mittelbraune Stoff ist gedacht für ein Hemd unter der Jedi-Tunika. Es ist gar nicht so einfach, zueinander passende Stoffe in Erdfarben bzw. Brauntönen für einen akzeptablen Preis zu finden. Aber na ja… Das Kostüm sollte eigentlich angelehnt sein an die Farbwahl von Mace Windu. Mit den mir zur Verfügung stehenden Farben wird’s aber eher das Design von Qui Gon Jinn. Guggst du hier (gefunden unter http://www.starwars-universe.com/images/encyclopedie/personnages/republicains/Qui_Gon_Jinn_1.jpg):

Den Stoff habe ich im (zuvor gewischten!) Partykeller ausgebreitet und doppelt gelegt.

Dabei aufpassen, dass die Oberkante des Schnitts genau im Stoffbruch liegt. Auf diese Art und Weise kann man sich eine Ärmel- und Schulternaht sparen.

Vor dem Ausschneiden natürlich das Schnittmuster auf dem doppelt gelegten Stoff ausreichend fixieren (hier: mit Stecknadeln – ruhig alle 10 bis 20cm eine Nadel), damit der Stoff sich nicht verzieht und das Schnittmuster nicht verrutscht.

Die Naht- und Saumzugaben sind bereits im Schnittmuster integriert. Der Stoff kann daher direkt am Muster zugeschnitten werden. Danach wird das Schnittmuster gewendet und für die andere Körperhälfte auch noch zugeschnitten.

Für den Zuschnitt der Kapuze wird der Stoff ebenfalls doppelt gelegt und die Kapuze im Stoffbruch zugeschnitten.

Hier sind die zugeschnittenen Teile noch einmal zu sehen. Jetzt ist es 22:45 – ich geh’ dann besser mal ins Bett.

21.01.2014

Heute habe ich mich um die Biesen an der Schulter gekümmert. Dazu musste noch ein Maß genommen werden. Zu messen ist die Länge zwischen seitlichem Hals (da, wo der Kragen eines T-Shirts typischerweise aufliegt) und Schulter (da, wo typischerweise die Ärmelnaht an einem T-Shirt beginnt. Dieses Maß ist bei mir 19 cm. Mit diesem Maß gerüstet kann es nun weiter gehen. Ich habe dazu das gestern zugeschnittene Robenstück mit der rechten Stoffseite außen (also oben und unten) hingelegt.

Der Robenteil wird nun aufgeklappt. In der Mitte des Halsauschnitts habe ich ein Maßband angelegt und orthogonal dazu (also: im 90-Grad-Winkel) ein Lineal ausgerichtet. Die Ausrichtung des Lineals ist wichtig, denn: entlang des Lineals habe ich Stecknadeln angebracht, da ich die dadurch entstehende Linie für die Schulterbiese brauche.

Nur mit dem Lineal zu arbeiten ist allerdings zu ungenau. Idealerweise nimmt man die 19 cm der Schulterlänge und addiert die Größe des Halsausschnitts (bei mir ebenfalls 19 cm) hinzu. Dann steckt man 38 cm von der Stoffkante entfernt eine Linie von Stecknadeln.

Nachdem die Linie gesteckt ist, wird der untere Teil des Stoff in Richtung Halsausschnitt gefaltet, so dass die Stecknadellinie genau im Stoffbruch liegt.

Jetzt kommt wieder das Maßband zum Einsatz. Ausgehend vom Stoffbruch mit den Stecknadeln sind 5 Zoll (ca 13 cm) abzumessen. Das ist die Tiefe der Schulterbiese. Auch hier bitte wieder Stecknadeln stecken, so dass eine parallele Stecknadellinie zu der im Stoffbruch befindlichen entsteht.

Nach dieser Aktion kann der zuvor nach oben gefaltete Stoff wieder zurück gelegt werden. An der entstandenen Kante mit dem Maßband in beiden Richtungen des Halsauschnitts 18 cm abtragen. Die Stelle markieren – am besten mit einer Stecknadel.

Jetzt kommt der unangenehme Teil: die Strecke von 36 cm muss mit einem Matratzenstich oder einem Chirurgenstich vernäht werden. Dieses Stück muss leider von Hand genäht werden, damit man die Naht auf der rechten Seite des Stoffs nicht sieht. Hier ist die Naht auf der linken Seite:

Und hier ist die rechte Seite zu sehen:

Nachdem diese Naht erledigt ist… darf man das Ganze an der anderen Robenhälfte noch einmal wiederholen. Aber wie heisst es so schön: Üben übt! So… wieder mal 22:30. Bis morgen!

22.01.2014

Nach dem Fertigstellen der Schulterbiesen kann die Rückennaht gesteppt werden. Dazu werden die beiden Robenhälften rechts auf rechts gelegt und die zukünftige Rückennaht mit Stecknadeln fixiert.

Die Naht sollte eine Breite von einem Zoll haben (2,5 cm). Nachdem die Naht gesteppt ist, wird die Naht auseinander geklappt und auf einer Seite auf ca. 5 mm zurückgeschnitten.

Die Naht wird jetzt wie eine Kappnaht aufbereitet: die nicht zurückgeschnittene Seite der Naht wird über die zurückgeschnittene geklappt und mit Nadeln fixiert. Durch das “Überstülpen” wird das Ausfransen des Stoffs verhindert. Die Arbeit muss wieder durch Stecknadeln fixiert werden. Beim Fixieren darauf achten, die beiden Robenhälften (nicht die Naht – die Robe!) auseinander zu ziehen, damit die Naht schön glatt wird und nicht die halbe Robe in der Naht hängt.

Jetzt stand ich vor einer wirklich schwierigen Entscheidung: Sollte ich die Rückennaht genau wie die Biesen von Hand vernähen, damit man auf der rechten Stoffseite keinen Faden sieht? Oder nutze ich die moderne Technik und jage die Robe noch einmal durch die Nähmaschine. Wir sprechen hier von einer Naht der Länge 170 cm. Nachdem ich allein für eine Biese (36 cm) fast eine halbe Stunde benötigt habe, stand für mich fest: Nähmaschine, die Robe muss fertig werden.

Die linke Seite der Robe (auf der die Naht gesteppt wurde) sieht an einigen Stellen nicht so optimal aus. Allerdings ist das auch gar nicht das erklärte Ziel. Hier kam es nur darauf an, dass die zweite Steppnaht immer den selben Abstand zu der Rückennaht aufweist.

Denn dann sieht es auf der rechten Seite – die, die der Betrachter zu sehen bekommt – auch schön und sauber aus!

Die Robe wird jetzt erst einmal zur Seite gelegt. Weiter geht es nun nämlich mit der Kapuze. Hier muss eine Naht vom unteren Ende (Nacken hinten) über die Rundung bis zu der Stelle gesteppt werden, wo der Stoff im Stoffbruch gelegen hat. Dazu – wie gewohnt – den Stoff mit Stecknadeln zusammen stecken und eine Naht der Breite 1 Zoll (2,5 cm) steppen. Je weiter man die Rundung näht, desto kleiner sollte die Nahtbreite werden, bis sie an der Stelle, wo der Stoff im Stoffbruch gefaltet liegt, 0 cm ist und auf den Stoffbruch trifft.

Danach auch hier die Naht aufklappen, auf einer Seite die Nahtzugabe auf 5 mm kürzen und eine Kappnaht nähen – wie bei der Robe auch.

Sooo… um es mit den Worten meines Lieblingspiraten Captain(!) Jack Sparrow zu formulieren: “Klar soweit?”. Gut… dann geht es weiter damit, die Kapuze an der Robe zu befestigen. Achtung: Beim Zuschneiden der Robe haben wir an den Vorderseiten jeweils 3 Zoll Nahtzugabe gegeben. Im Rücken waren es ebenfalls 3 Zoll. Die Rückennaht ist mit einer Nahtbreite von 1 Zoll gesteppt worden. Hier sind also noch 2 Zoll auf jeder Seite, die potentiell zu viel sind. Kein Problem! 4 Zoll sind ca. 10 cm. In der Nähe der Rückennaht werden wir jetzt Abnäher in die Robe setzen. Auf jeder Seite der Rückennaht sind zwei Abnäher angedacht, die beide gleich groß sein sollten und auch untereinander den selben Abstand aufweisen sollten. Die komplette Länge im Halsausschnitt sollte sich durch die Abnäher auf 91 cm reduzieren. Leider habe ich vergessen, ein Bild von der Rückennaht aufzunehmen, aber von der Kapuze habe ich eins gemacht. So soll das Ganze aussehen (Achtung: die Kapuze hat vier Abnäher auf jeder Seite, nicht zwei wie die Robe).

Nachdem die Robe mit den Abnähern ausgestattet worden ist, wird die Kapuze ebenfalls auf 91 cm gebracht. Hier werden – wie bereits erwähnt – auf jeder Seite der Kapuzennaht vier Abnäher (also: insgesamt acht Abnäher) gesteckt. Danach wird die Kapuze rechts auf rechts mit Stecknadeln auf der Robe fixiert und die Naht gesteppt.

Über die Naht, die die Kapuze mit der Robe verbindet, sollte noch ein Bündchen gesteppt werden, damit die Naht besser aussieht und nicht ausflust. Da ich schlecht beschreiben kann, wie die Vorgehensweise ist, hier ein Bild:

Ich habe einen schmalen Streifen Stoff aus dem Robenmaterial zugeschnitten, die Enden eingeschlagen und damit die Naht eingefasst. Retrospektiv würde ich so nicht mehr vorgehen. Das “Bündchen” ist viel zu schwer und hängt einem ständig im Nacken. Ich habe noch keine perfekte Lösung gefunden. Sobald mir etwas einfällt, werde ich es posten.

23.01.2014

Zwei Nähte sind noch zu nähen – nämlich die Nähte vom unteren Saum über die Achselhöhle hinein in den Ärmel. Diese beiden Nähte werden genau so gefertigt, wie die Rückennaht. Steppen, eine Nahthälfte zurückschneiden, Kappnaht anfertigen, fertig.

Als nächstes habe ich dann die Säume am Mantel gefertigt. Zuerst waren die Ärmel dran. Als erstes musste ich mich um die Stoffkante kümmern. Damit diese nicht ausfransen kann, habe ich mich entschlossen, den Saum am Ärmel doppelt zu legen. Im Nachhinein würde ich die Säume eher mit Zickzackstich versäubern, so wie ich es damals gelernt habe. Aber sei’s drum. Also: zuerst habe ich den Saum am Ärmel ca. 1 cm eingeschlagen, mit Stecknadeln festgesteckt und dann gesteppt.

Danach wird der Ärmelsaum eingeschlagen. Erinnerung: Beim Zuschneiden des Stoffs wurde am Ärmel eine gerade Kante abgeschnitten. Sinn Und Zweck: Der Ärmel wird ja zum Saum hin weiter. Wenn man den Stoff einschlägt, muss man potentiell einen großen Umfang auf einen kleineren Umfang steppen. Dabei wird der Stoff unweigerlich Falten werfen. Daher wurde beim Zuschnitt die untere Ärmelkante “begradigt”. Damit ist der Radius dem Saums genau so groß wie an der Stelle, wo er nach dem Einschlagen auf den Ärmel trifft. Hier ein Bild dazu:

Der Ärmelsaum wird nun genau so weit eingeschlagen, bis der Saum auf der Stelle zu liegen kommt, wo der Ärmel wieder schräg wird. Dann einfach über die erste Saumnacht steppen – fertig ist der Ärmel. Das Prozedere am anderen Ärmel wiederholen.

Den unteren Saum der Robe habe ich genau so gefertigt. Schritt 1: Einschlagen des Saums um 1 cm und steppen. Schritt 2: Einschlagen des Saums auf die richtige Länge. Und hier fingen die Probleme an…

26.01.2014

Ich habe die richtige Länge der Robe vorne am Saum abgesteckt. Danach (so dachte ich wenigstens) habe ich den kompletten Saum um diesen Betrag eingeschlagen. Ein kurzer Blick vor dem Spiegel: Katastrophe! Die Robe ist vorne länge als an der Seite und hinten passte es wieder nicht. Sch****! Also: einen kleinen Besuch bei der Schwiegermutter vorgenommen. Sie hat mir geholfen, die Robe auf die richtige Länge anzupassen. Allerdings haben wir keinen geraden Saum hinbekommen – so, wie ich es vom Schnittmuster eigentlich erwartet hätte. Hier ist ein Bild:

Nach dem Ablängen der Robe habe ich dann festgestellt, dass – warum auch immer – der Saum immer noch nicht korrekt war. Daher habe ich die beiden Robenhälften übereinander gelegt und den Saum gleichgemacht:

Gerne hätte ich den Saum auch mit einer Nähmaschine gesteppt. Aber dadurch, dass wir beim Ablängen der Robe eine Wellenlinie legen mussten, hätte der Saum im besten Falle bescheiden ausgesehen. Also: abendfüllendes Programm und manuelles Annähen des Saums an die Robe mit einer Chirurgennaht… ca. 2 Stunden hat es gedauert. Ein Foto von der fertigen Robe gibt es zusammen mit dem Rest des Kostüms.

Nächste Station: Die Hose

Hier sind die ersten Bilder von der Robe. Das sind nicht die Droiden, die ihr sucht. Ihr wollt nach Hause gehen und über euer Leben nachdenken…

Jedi-Meister Mace Windu – bevor er sich schwarz geärgert hat. Nene… das ist politisch nicht korrekt… Hmmm…. Vielleicht besser so: Meister Windu hat auch eine helle Seite 😀

Guuut….. Guuuut…. Jens, mein junger Schüler…

Ein schöner Rücken kann auch entzücken

Schick, aber viel Arbeit – diese Biese.